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Norbert Singer – „Mister Le Mans“

Entwicklung des 956 in der Rennabteilung in Weissach, 1982: Norbert Singer, Jacky Ickx und Klaus Ziegler (v.l.n.r.).

Wir gratulieren Norbert Singer zu seinem 80. Geburtstag. Der ehemalige Porsche-Renningenieur war während seiner Zeit bei Porsche von 1970 bis 2004 an allen Gesamtsiegen in Le Mans beteiligt.

Wohl kaum ein Name ist seit Jahrzehnten enger mit den 24 Stunden von Le Mans verknüpft als der von Porsche-Renningenieur Norbert Singer. Er ist an allen 16 Gesamtsiegen, die sowohl das Werk als auch Kundenteams in Le Mans von 1970 bis 1998 mit den Rennsportwagen vom Typ 917, 935, 936, 956, 962 C, WSC Spyder sowie 911 GT1 98 erringen, maßgeblich beteiligt. Der Diplom-Ingenieur zeichnet bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2004 zudem als Projektleiter für die meisten Porsche-Rennsportwagen verantwortlich. Während dieser Zeit als Leiter Werkssport und Einsätze obliegen Singer darüber hinaus die strategischen und taktischen Entscheidungen während der Rennen.

Geboren wird Norbert Singer am 16. November 1939 in Eger im Sudetenland, dem heutigen Cheb in der Tschechischen Republik. 1969 schließt er sowohl sein Studium in Luft- und Raumfahrttechnik als auch in Fahrzeugtechnik als Diplom-Ingenieur ab. Den entscheidenden Rat, sich beruflich der Fahrzeugtechnik und nicht der Raumfahrt zu widmen, erhält Singer von einem Mitarbeiter des Instituts für Kraftfahrwesen an der TU München. Zum Rennsport hat Norbert Singer zu dieser Zeit bereits eine große Affinität. Peter Falk, Leiter der Vor- und Rennwagenentwicklung im Versuch sowie Versuchsleiter in der Serienentwicklung, stellt ihn schließlich im März 1970 ein. 

Singers erste Aufgaben gelten der Getriebekühlung für den Porsche 917. „Ferdinand Piëch lehnte einen externen Ölkühler ab. Er verlangte eine simple Lösung“, erklärt Norbert Singer. Wie gut seine aerodynamische Idee einer Getriebekühlung funktioniert, bewies sich in Le Mans. Kein einziger 917 hatte Kühlprobleme am Getriebe und mit Hans Herrmann und Richard Attwood gelingt schließlich auch der langersehnte erste Gesamtsieg an der Sarthe.

In der Zeit danach widmet sich Norbert Singer der aerodynamischen Entwicklung des 917 als Hauptaufgabe. Beteiligt ist er auch an der Optimierung des 917 Langheck. Und auch beim 917/10 und beim 917/30 mit Turboaufladung, bei denen es für die winkligen Strecken in den USA vor allem auf Abtrieb ankommt, ist sein aerodynamisches Know-how von großer Bedeutung. In den darauffolgenden 32 Jahren zeichnet Norbert Singer für viele herausragende Rennfahrzeuge von Porsche verantwortlich: u.a. für den 911 Carrera RSR (1972), den 911 Carrera RSR Turbo 2.1 (1974), dem 935 (1976) sowie dem berühmten, mit einem Gitterrohrrahmen verstärkten 935/78 „Moby Dick“ (1978).

Norbert Singer bei den 24-Stunden von Le Mans (1996)

Nach zahlreichen Erfolgen mit dem 935 sowie dem 936 folgt mit dem Inkrafttreten des Gruppe-C-Reglements 1982 der vielleicht größte technische Meilenstein in Norbert Singers Karriere. Bei der Entwicklung des 956 stellt er einmal mehr sein enormes Fachwissen im Bereich der Aerodynamik unter Beweis und verhilft dem Fahrzeug mit einer speziellen Gestaltung des Unterbodens mit Luftkanälen und der legendären „Singer-Delle“ zum „Ground effect“ und damit zu einer extrem wirkungsvollen Bodenhaftung durch hohen Abtrieb. So gewinnen die Porsche 956 und 962 C in der Zeit von 1982 bis 1986 nicht weniger als fünf Fahrer-, drei Marken- und zwei Team-Weltmeisterschaften. Außerdem erringen sie sieben Gesamtsiege in Le Mans.

Sein Expertenwissen ist noch heute von größtem Wert. Gerade auch dann, wenn es um Restaurierungen von Rennfahrzeugen des Porsche Museums geht, wie zuletzt beim ersten 917 mit der Chassis-Nummer 917-001 oder dem 956 mit der Fahrgestellnummer 956-005. Seit 2006 hält Norbert Singer zudem Vorlesungen an der Hochschule in Esslingen. 

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